Das Vorhaben

Anliegen und Ziel des Kollegs ist eine enge Verzahnung der Fächertrias Kunstwissenschaft - Kunsttechnologie - Restaurierung auf der Ebene der Graduiertenausbildung. Das Programm wurde aus dem Bedürfnis heraus entwickelt, den Praxisbezug in den Geistes- und Kulturwissenschaften zu stärken und materialwissenschaftliche Methoden in die Untersuchung und Deutung kunsthistorischer Objekte zu integrieren, ohne jedoch die eigenen fachlichen Expertisen zu vernachlässigen; denn die notwendige historische Kontextualisierung und Theoriebildung kann nur im Verbund mit den Geisteswissenschaften geleistet werden. Es geht also um einen genuin wechselseitigen Austausch der Disziplinen.


Der Kolleggedanke

Den in Konstanz und Stuttgart angesiedelten ErstbetreuerInnen sind von Anfang an nationale und internationale Praxispartner zur Seite gestellt, so dass die Promovierenden während der gesamten Qualifikationsphase von einem individuell zusammengestellten Betreuungsteam begleitet werden. Es wird hierbei auf ein lose bestehendes personelles und institutionelles Netzwerk zurückgegriffen, das sich durch das Interesse an einem Brückenschlag zwischen den Disziplinen auszeichnet. Der transdisziplinäre Brückenschlag zwischen Natur- und Geisteswissenschaften ist nur im Verbund zu leisten und motiviert den Austausch und die Zusammenarbeit der einzelnen VertreterInnen – und er ist zugleich eine Verbindung zwischen den einzelnen, heterogenen Promotionsthemen, die in ihrer Forschungsfrage den Praxisbezug und das Materialwissen hervorheben und von allen Seiten – Kunstwissenschaft, Restaurierung und Kunsttechnologie – entsprechend intensiv betreut werden müssen. Die Erfahrung in der Zusammenarbeit verbindet die entfernten Standorte bereits miteinander und garantiert einen guten, kollegialen Austausch und Zusammenhalt im geplanten Kolleg. In einer längerfristigen Perspektive geht es aber auch darum, weitere interessierte nationale und internationale Partner zur Kooperation einzuladen; dem Kolleg unterliegt eine grundsätzlich offene Struktur, die sich in der Zukunft weiter ausbauen lässt.


Berufsqualifikation

Das Graduiertenkolleg „Rahmenwechsel“ qualifiziert die Promovierenden auf mehreren Ebenen und bereitet sie damit optimal auf einen vielfältigen und sich stetig wandelnden Arbeitsmarkt im Bereich Kunst und Kultur vor. Im Zentrum der akademischen Ausbildung steht die Verknüpfung kunstwissenschaftlicher, kunsttechnologischer und am Objekt orientierter Fragen. Mit der Zusammenführung dieser bislang im deutschen Bildungssystem getrennten Ausbildungsinhalte werden die KollegiatInnen in die Lage versetzt, neue Forschungsfelder zu erschließen, was sie im akademischen Umfeld zu gefragten WissenschaftlerInnen machen wird. Der dem Kolleg verbindlich eingeschriebene Praxisbezug ebnet den Einstieg in etablierte, außeruniversitäre Berufsfelder. Während traditionell ausgebildete KunstwissenschaftlerInnen sich hier aufgrund der mangelnden Materialkenntnis oft schwertun, werden die AbsolventInnen des Graduiertenkollegs ihre doppelte Qualifikation unmittelbar einsetzen können.

Darüber hinaus steigt in den letzten Jahren die Nachfrage nach sowohl akademisch wie im Umgang mit den Objekten erfahrenen KunstexpertInnen in einem freien Arbeitsmarkt stetig. Diesem Aspekt trägt der Wahlpflichtbereich des Ausbildungsprogramms Rechnung, der es den KollegiatInnen erlaubt, Zusatzqualifikationen etwa in den Bereichen Visualisierung / Digitalisierung, Kunstrecht oder Projektmanagement zu erwerben. Um hier gezielt zu qualifizieren, soll die Entwicklung des kunst- und kulturwissenschaftlichen Arbeitsmarkts während der Laufzeit des Kollegs kontinuierlich beobachtet und bei Jahreskonferenzen und Workshops in eigenen Segmenten thematisiert werden.

Ebenso ist das Erlernen neuer Methoden ein Kernpunkt unseres Ausbildungsprogramms. Diese fächerübergreifende Kompetenzerwerbung wird im Kolleg systematisch verfolgt, um die DoktorandInnen über ihre Einzelprojekte hinaus im transdisziplinären Dialog für die Zukunft zu stärken.