Newsletter

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Kollegaktivitäten im WS 2018/2019

Newsletter 02 – SS 2019

Liebe Mitglieder des Graduiertenkollegs Rahmenwechsel, liebe Interessierte,

der Jahreszeit entsprechend begann auch unser Semester mit einer heißen Phase: Die erste Jahrestagung des Graduiertenkollegs Rahmenwechsel fand von 16.-17.Mai 2019 in Konstanz statt. Hierzu trafen sich die Kollegiat*innen mit den nationalen und internationalen assoziierten Wissenschaftler*innen, Betreuer*innen, Mentor*innen und weiteren Interessierten für zwei spannende Tage, die ganz unter dem Motto „Restaurierung: Eine Geisteswissenschaft?“ standen. Wir bedanken uns auch auf diesem Wege nochmals für die interessanten Beiträge und anregenden Diskussionen, anhand derer der Dialog zwischen Kunstgeschichte und Restaurierung angestoßen wurde. Möchten Sie hier ein wenig weiterlesen? Auf unserer Website finden Sie einen Bericht zum Geschehen und über unser erfolgreiches Jahrestreffen von Elisa Werner.

Nicht nur in Konstanz herrschte quirlige Stimmung, auch flogen unsere Kollegiat*innen diverse Male aus – einerseits für Teilnahmen an Workshops und Konferenzen, andererseits für facettenreiche Forschungsaufenthalte.

Für den regelmäßigen Dialog und Austausch zwischen Kunstgeschichte und Kunsttechnologie in der Kooperation zwischen der Universität Konstanz und der Staatlichen Akademie für Bildende Künste Stuttgart (ABK Stuttgart) besuchten die Kollegiat*innen Seminare und Vorlesungen beider Hochschulen und trafen sich in regelmäßigen Kolloquien und Lektürekreisen. Ein Bild über den aktuellen Stand der kunsthistorischen Forschung machten sich Anna Katharina, Elisa, V.E. und Verena im März beim 35. Deutschen Kunsthistorikertag, der dieses Jahr an der Georg-August-Universität in Göttingen unter dem Motto „Zu den Dingen!“ stattfand. Dorthin verschlug es Verena Wallner im April abermals, um an der Methodenwoche des GraduiertenkollegsWissen | Ausstellen“, das ebenfalls von der Volkswagen-Stiftung im Zuge der einmaligen Ausschreibung „Wissenschaft und berufliche Praxis in der Graduiertenausbildung" gefördert wird, teilzunehmen. Neben dem Austausch mit den Wissenschaftler*innen anderer Kollegs erhielt sie dort vielseitige Einblicke zu soziologischer und objektbasierter Forschung an Museen, zu Kuratieren, Szenographie und Ausstellungsgestaltung. V.E. Mandrij hingegen trat die Reise nach Haarlem an, um einen Beitrag auf der Konferenz “The Contribution of Artistic Genres to the Construction of the Dutch Golden Age” vorzustellen und sprach dort über ihr Spezialgebiet: das Sottobosco-Gemälde. Bei einem internationalen Doktorandenkolloquium der ABK Stuttgart unter dem Titel „Bodensee-Gespräche über Kunst“ waren Christiane Kritzer und Anna Katharina Thaler eingeladen. Sie sprachen dort über ihre Projekte und tauschten sich mit zahlreichen anderen Doktorand*innen aus. Anna Katharina Thaler sprach außerdem bei einem Studienkurs zu Theorie und Praxis der Zeichnung in Wien über „Die Zeichnung als Korrektiv – J. M. W. Turner und die Verfeinerung von Druckgrafiken“. Mit anderen Doktorand*innen der Universität Konstanz ist Elisa Werner Teil einer Schreibgruppe, die durch das Academic Staff Development initiiert wurde. Dort präsentierte sie über das Sommersemester verteilt regelmäßig eigene Texte.  Auf Seiten der Restaurierung konnte die Rahmenwechselkoordinatorin, Dr. Tilly Laaser, das Graduiertenkolleg und die verschiedenen Themen während des interuniversitären Doktorandenkolloquium, das vom Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden ausgerichtet wurde, vorstellen. Am selben Ort traf Christiane Kritzer im Juli ein, um sich intensiv in die Methode des Microfadings einzuarbeiten und sich mit Dr. Thomas Prestel und weiteren Expert*innen u.a. über das artemak+X Projekt auszutauschen. Weitere informative Beiträge unseres Teams bei Konferenzen 2019 sind schon terminiert – beachten Sie hierzu gerne die untenstehenden Ankündigungen interessanter Termine.

Was wäre Forschung ohne Forschungsaufenthalte? Auch hier ist wieder viel passiert. Christiane Kritzer und Denise Madsack konnten ihre Praxisarbeit und Recherchen im Stuttgarter Kessel voranbringen. Christiane Kritzer arbeitete weiterhin eng im Archiv und mit der Stiftung Baumeister, wie auch der Hölzel Stiftung, um hier deren Pastellkästen zu erfassen. Denise Madsack hingegen verbrachte jede Woche einen Praxistag in der Betriebsleitung von Vermögen und Bau Baden-Württemberg, wo sie neben den Recherchen in der Kunstinventardatenbank und im Fotoarchiv auch an mehreren Sitzungen der Kunstkommission teilnahm – hier stellte sie ebenfalls im Juli ihr eigenes Projekt zu Umgang mit Kunst am Bau vor. Darüber hinaus sichtete und dokumentierte sie zahlreiche Kunst-am-Bau-Objekte – u.a. in Stuttgart, Ostfildern, Ulm, Karlsruhe und Konstanz.

Für Lisa Braun ging es – neben Archivrecherchen in Memmingen und Objektbegutachtungen in Basel – hoch hinaus: in die Alpen nach Graubünden. Dort erfasste sie die noch erhaltenen Schnitzretabel der Werkstatt Ivo Strigel, die sich auch nach 500 Jahren noch vor Ort in Bergkapellen unterschiedlichster Höhenlagen befinden. Von der Konstanzer Alpennähe machte sich Anna Katharina Thaler auf in die britische Hauptstadt: London was calling. Neben der Teilnahme an einer Spring School unseres Kooperationspartners Courtauld Institute konnte sie ihre Forschung durch Recherchen in lokalen Bibliotheken und Ausstellungen in prominenten Häusern vertiefen (u.a. Victoria & Albert MuseumPainting in Miniature, Pastel and Watercolour at the Royal Academy, 1768-1810“ oder Two Temple PlaceJohn Ruskin. The Power of Seeing“). Gemeinsam mit V.E. Mandrij besuchte Anna Katharina Thaler auch die näher gelegene Ausstellung „Durch Wände und Schichten. Querschnitte in Kunst und Wissenschaft“ in der Graphischen Sammlung der ETH Zürich. Hier entdeckten die beiden einen weiteren Künstler, der sich im 18. Jahrhundert vermutlich echter Insekten für die Anfertigung seiner Kunstwerke bediente. Verena Wallner zog es aufgrund ihres Forschungsthemas auch wieder in Ausstellungen – diesmal bei einem Forschungsaufenthalt in Berlin. Hier konnte sie weitere Ausstellungen mit kunsttechnologischen Inhalten in ihr Repertoire aufnehmen: „Bellini Plus. Forschung und Restaurierung“, „Kinder-Reich. Die Werkstatt des Malers“ und „Mit dem Mönch am Meer. Caspar David Friedrich in Virtual Reality“. Interviews mit Expert*innen aus den Bereichen des Kuratierens, der Museumspädagogik und der Kunsttechnologie lieferten hier vertiefende Einblicke hinter die Kulissen. In eine andere europäische Hauptstadt reiste Elisa Werner: Paris. Dort hatte sie dieitzer

Möglichkeit zahlreiche Objekte zu sichten und so ihren Korpus an ausgewählten Objekten gezielt zu erweitern. Zu guter Letzt hatte Julia Hurlbeck, eine unserer assoziierten Doktorandinnen, während der Jahrestagung „Restaurierung: Eine Geisteswissenschaft?“ die Möglichkeit die Wandmalereien im Haus zur Kunkel vor Ort mit den nationalen und internationalen Expert*innen zu diskutieren, was für ihr Thema zur Kunsttechnologie von Raumfassungen in städtischen Häusern vor 1350 sehr fruchtbar war.

Außerdem freuen wir uns sehr, Giulia Simonini, die an der Technischen Universität Berlin im DFG-Projekt „Die Ordnung der Farben. Farbensysteme und Farbreferenzsysteme im Europa des 18. Jahrhunderts“ promoviert, als neues Mitglied in unserem Kreis assoziierter Doktorand*innen begrüßen zu dürfen.

Dieses Semester waren die Doktorand*innen nicht nur Besucher*innen von Ausstellungen: Zum Anlass des diesjährigen Rundgangs an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart von 19.-21. Juli stellten sie zum Thema "Aus dem Rahmen fallen... Promovieren an der ABK" selbst eine Ausstellung auf die Beine. Hier ergänzten sie die Einblicke in das Studienangebot und die Bildenden Künste an der Hochschule mit dem Thema der Promotion. Daher präsentierten sie ihre Themen mit je zwei Objekten in einem Rahmen, anhand derer ihre Dissertationsprojekte erläutert wurden. Außerdem begeisterte Denise Madsack zahlreiche Interessierte am Rundgang-Wochenende für Kunst am Bau: bei einer Führung zur ortsspezifischen Kunst an der Kunstakademie vermittelte sie diese und sensibilisierte gleichzeitig für den konservatorischen Umgang. Die Dissertationsprojekte einiger Kollegiat*innen ziehen schließlich auch mit dem kommenden Semester in die Praxisphase(n) nach Stuttgart, bevor es weitergeht zu den nationalen und internationalen Praxispartnern – wie bspw. dem Wallraf-Richartz-Museum und dem CICS in Köln oder dem Courtauld Institute of Art  in London.

Bevor wir uns nun in einen schönen Sommer verabschieden, hier noch die erfreuliche Ankündigung: Unser zweites Jahrestreffen wird vom 14. bis 15. Mai 2020 an der ABK Stuttgart zum Thema „Kontroversen“ stattfinden. Von daher: bereits jetzt eine herzliche Einladung mit der freundlichen Bitte: please, save the date! Wir sind schon gespannt darauf mit Ihnen gemeinsam kontroverse Restaurierungsprojekte zu diskutieren!

Nun wünschen wir Ihnen einen herrlichen Sommer und lassen Sie das Sommersemester entspannt ausklingen – auf ein neues spannendes Semester und einen guten Start ins zweite Jahr von „Rahmenwechsel. Kunstwissenschaft und Kunsttechnologie im Austausch“!

Mit den herzlichsten Grüßen aus Konstanz und Stuttgart

V.E. Mandrij und Verena Wallner

im Namen aller Kollegiat*innen